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Exkursionstag im Rahmen des Öko-Grundkurses

23. Mai 2019

Exkursionstag im Rahmen des Öko-Grundkurses

Spannende Diskussionen mit den Betriebsleitern und interessante Einblicke in die ökologische Wirtschaftsweise

Der ökologische Landbau entwickelt sich in vielen Regionen Deutschlands und speziell Süddeutschlands stetig weiter und der Umfang der Erzeugung steigt. Nicht zuletzt deshalb bildet der ökologische Landbau einen wichtigen Baustein in der Fachschulausbildung, nicht nur an der Fachschule für Landwirtschaft Ravensburg. Neben der stetigen Verknüpfung in den verschiedenen Bereichen der Fortbildung, wird den Studierenden an der Fachschule Ravensburg seit mehreren Jahren eine dreitägige Vertiefung angeboten.

Mit über 350 ökologisch wirtschaftenden Betrieben hat der Landkreis Ravensburg eine große Bedeutung im landesweiten Vergleich. Als eine von vier Pionier-Biomusterregionen im Land erfüllt der Landkreis Ravensburg seine Vorreiterrolle in diesem Bereich.

Zwei Tage Erarbeitung und Diskussion im Lehrsaal

Die Grundlagen für dieses Vertiefungsangebot wurden im Lehrsaal gelegt. Neben der Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Situationen an den verschiedenen Märkten (Getreide, Ölsaaten, Milch und Fleisch) wurden verschiedene Initiativen zum Ausbau des ökologischen Landbaus vorgestellt und diskutiert, an dieser Stelle auch die Rolle des Landkreises Ravensburg als Bio-Musterregion. Die Referenten diskutierten und erarbeiteten mit den Studierenden den Ablauf möglicher Betriebsumstellungen und bewerteten die verschiedenen Szenarien auch ökonomisch unter Einbeziehung möglicher Förderprogramme, wie das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) oder das Förderprogramm Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT).

Einblick in interessante Betriebe

Den krönenden Abschluss bildete eine Exkursion am dritten Kurstag. In diesem Jahr besuchten die Studierenden drei ökologisch wirtschaftende Betriebe im Nachbarlandkreis Biberach, die an sich unterschiedlicher nicht hätten sein können, den Studierenden jedoch einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Produktionsbereiche boten.

Erste Station war der Betrieb der Familie Schad, der neben einer Mutterkuhhaltung, Bullenmast, Legehennenhaltung und einer 75 kW Biogasanlage vor allem auf die eigene Vermarktung der erzeugten Produkte setzt. Junior-Betriebsleiter Michael Schad, der sich seit 2016 „Landwirtschaftsmeister Fachrichtung Ökolandbau“ nennen darf, führte die Gruppe über den Betrieb und gewährte den Studierenden einen Einblick in die verschiedenen Produktionsverfahren des Betriebes.

Die zweite Station war der Betrieb der Familie Holland in Ochsenhausen. Der spezialisierte Ackerbaubetrieb mit Schweinemast und einer Biogasanlage, der seit knapp 30 Jahren als Naturlandbetrieb wirtschaftet, zeigte den Studierenden auf, welche speziellen Herausforderungen der Betrieb im Ackerbau zu lösen hat. Das angebaute Kleegras und die anfallende Schweinegülle werden in der Biogasanlage „verwertet“ und bilden einen wichtigen Dünger für die Flächen des Betriebes. Besonderen Wert legt Betriebsleiter Hans Holland bei der Ausbringung unter anderem auf das Thema Bodendruck, nicht zuletzt deshalb arbeitet der Betrieb mit Reifendruckregelanlagen an seinen Arbeitsgeräten bzw. Maschinen.

Den Abschluss an diesem äußerst interessanten Tag bildete der Betrieb der Familie Albinger in Ringschnait. Mit knapp 260 Milchkühen ist der Betrieb unter den ökologisch wirtschaftenden Betrieben in der Region schon ein „Exot“ was zumindest die Betriebsgröße betrifft. Der Betrieb siedelte im Jahr 2014 mit einem Stallneubau aus, für die Jungviehaufzucht werden die Altgebäude im Ort verwendet. Betriebsleiter Aaron Albinger, gleichzeitig passionierter Braunviehzüchter, führte die Gruppe durch die Stallungen und ging auf die produktionstechnischen Knackpunkte seiner Produktion ein.

Insgesamt gab es für die Studierenden viele interessante Aspekte, fachliche Diskussionen und einen sehr guten Austausch mit den Betriebsleitern. Der Exkursionstag rundete die Vertiefungstage sehr gut ab und komplettierte damit diesen wichtigen Baustein im Rahmen der Fortbildung zum staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau an der Fachschule für Landwirtschaft Ravensburg.

 

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